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Durch Gold gedeckt

24. X. 2007 - Wieder Golddeckung beim Schweizer Franken

Der Schweizer Franken ist durch Gold gedeckt – diese positive Nachricht verdankt die Schweizerische Eidgenossenschaft in der aktuellen Krisenzeit, in welcher man förmlich von einer Krise zur anderen springt bzw. gleich mehrere Krisen im Bündel gemeinsam auftreten (Finanzkrise, steigender Ölpreis bzw. Ölkrise) dem Goldpreis.

Denn dieser steigt ständig und springt von einem Rekordhoch zum anderen.

Skurril: Golddeckung des Schweizer Franken sogar höher als von 100 Jahren

Vor über 100 Jahren hatte die Schweizer Nationalbank nach ihrer Gründung den Umlauf an Banknoten zu 70% mit Gold unterlegt.

Pikant: Diesen September waren es sogar fast 90%. Dies aufgrund der hohen Goldbestände, die trotz der Verkäufe blieben und wegen dem gestiegenen Goldpreis.

Doch auch die konservative, bodenständige Haltung der Schweizer und der damit einhergehende relativ hohe Goldbestand der Schweizer Nationalbank hat natürlich damit zu tun.

EU-Länder verkauften und Schweiz zog mit

Rußland, asiatische und arabische Länder stockten im gleichen Zeitraum Goldreserven massiv auf

Goldverkäufe, wie sie zahlreiche EU-Länder forcierten, um das Volksvermögen zum Schuldentilgen zu verwerten und für neue Ausgaben, sind aus der Mode. Auch die Schweizerische Eidgenössischenschaft hat die unselige Vernichtung von Volksvermögen zeitweise mitgemacht, was für Unmut auf die Politik sorgte.

In Zeiten, in denen Rußland die Goldreserven zu Spottpreisen massiv aufstockte und sich China und andere asiatische Länder sowie nicht zuletzt bzw. insbesondere auch Araber massiv mit Gold eindeckten, veranstalteten europäische Länder sogar eine Art Wettlauf um den Verkauf von Gold (Großbritannien war schlauer und stoppte die Golfverkäufe als erstes Land).

Damals mußten sogar Verkaufskontingente vereinbart werden, zwischen den regelrecht veräußerungswilden Regierungen zahlreicher europäischer Länder. Dies, damit die Gold-Verkäufe der Zentralbanken nicht den Goldpreis zu sehr drücken sollten, wie man befürchtete. Man sah nicht oder wollte es nicht sehen (?), daß sich zur gleichen Zeit Asiaten, Russen und Araber massiv mit Gold eindeckten.

Die Entscheidung, einen Teil der (heute immer noch großen) schweizer Goldreserven zu veräußern, war fatal.

1.300 Tonnen Gold zu einem Spottpreis verpulvert - Statt 41 Mia. nur 14,6 Mia. eingenommen

Nicht ohne Grund titelte eine große Schweizer Tageszeitung "Milliarden an Volksvermögen vernichtet", denn: Die Schweiz hatte rund 1.300 Tonnen Gold zu einem durchschnittlichen Preis (umgerechnet Schweizer Franken in Währung US-Dollar) von 350 Dollar je Unze Gold veräußert, was rund 14.6 Milliarden US-Dollar ergibt. Aber man mußte ja mitmachen, was die meisten EU-Länder auch vollzogen (damals galt auch noch die Doktrin, man müsse die Schweizer Geldpolitik am EU und Euro ausrichten, auch, wenn das Volk einen Beitritt zur umstrittenen Währungsunion verworfen hat).

14,6 Milliarden Erlös aus den Goldverkäufen wären beim heutigen Goldpreis rund 41 Milliarden! Und der Goldpreis steigt noch weiter.  (NACHTRAG Februar 2008: Der Goldpreis ist inzwischen über 250 USD weiter nach oben geklettert, d. h. die Rechnung hier ist veraltet und es kämen noch einige paar Milliarden hinzu, wenn man den heutigen Goldpreis zugrundelegen würde. NACHTRAG September 2011: Es handelt sich beim Desaster der SNB-Leitung inzwischen um eine Einbuße von sage und schreibe 175 Milliarden Volksvermögen!)

Hierbei setzen in der sich abzeichnenden Finanzkrise die asiatischen und asiatischen Staaten aber auch Rußland weiter auf Gold. D. h., die Wertsteigerung ist noch nicht einmal beendet.

Goldverkäufe werden hinterfragt

Nun aber sind Goldverkäufe der Nationalbank aus der Mode, auch, wenn vorgesehen ist, daß die SNB (Schweizer Nationalbank) bis September 2009 nocheinmal massiv Gold verkaufen soll.

Normalerweise geben sich Ökonomen und Notenbanker sehr betreten und rümpfen die Nase, spricht man sie aufs Gold an oder gar einen Goldstandard bzw. eine Golddeckung, wie es sie früher einmal hatte.

Denn die Notenbanken schöpfen aus freiem Ermessen, wie gerade jetzt während der Finanzkrise zu dutzenden von Milliarden Euro und Dollar. Gold spielt dabei keine Rolle als Deckung. Die Deckung liegt in der realen Volkswirtschaft, in den Bauten und Fabriken, die mit dem Geldumlauf geschaffen werden.

Golddeckung in der Schweiz

Auch in der Schweizerischen Eidgenossenschaft wurde in einem umstrittenen Schritt die Notenbank von der Golddeckung befreit und es wurde massiv Gold veräußert.

Dennoch sind die Goldbestände der Schweiz überdurchschnittlich hoch, weil es vor den Goldverkäufen, welche die Schweiz den EU-Ländern nacheiferte ("wenn die verkaufen, müssen wir es ja auch; Gold wird einbrechen" war wohl das Motto), schon weitaus überdurchschnittlich hohe Goldreserven gab.

Anders würde heute nicht der hohe Goldpreis eine höhere Golddeckung als vor über 100 Jahren zum Zeitpunkt der Gründung der Schweizerischen Nationalbank nach sich ziehen.

Weiter Gold verkaufen?

Bis Oktober 2009 sollen nun gesamthaft noch weitere 250 Tonnen von den 1270 Tonnen des Bestandes verkauft werden, um die Struktur der Währungsreserven anzupassen, wie es heißt.

Gold - "steinzeitlich" oder aktueller denn je?

John Maynard Keynes prägte das abschätzige Wort vom Gold als "barbarischem Relikt", welches ausgespielt habe. Der Name des heute umstrittenen Ökonomen ist allerdings verbunden mit der schleichenden, aber in ihrer Gesamtheit betrachteten exorbitanten Nachkriegsinflation.

Politiker aller Farbe druckten nach Gutdünken. Sie ließen sich nicht mehr durch die Solidität einer Golddeckung mäßigen.

Überschuldung kann am leichstesten durch Gelddrucken abgebaut werden. In letzter Zeit und auch gegenwärtig steigt der Goldpreis jedoch massiv und vollzieht exorbitante Kursausschläge. Man reißt sich in der ganzen Welt um das gelbe Edelmetall.

Gold als Rettung für das Vertrauen in Währungen?

Doch ist eine Golddeckung wirklich archaisch und ein "steinzeitliches" Relikt? Wenn dem so ist, warum reißt sich die ganzes Welt ums Gold?

Könnte nicht das gelbe Metall Vertrauen zurück in die Devisen bringen, wird daher aktuell gefragt.

Könnte das Gold nicht den Währungen wieder dauernden Wert und Ansehen, den Politikern nebenbei Disziplin im wilden Ausgeben von Geld bringen?

Die Befürworter der Golddeckungsideen haben es schwer, seit die Inflation kein Thema mehr ist. Jedoch vernünftige Argumente für Golddeckung von Währungen gibt es mehr denn je.

Die menschliche und gesellschaftliche Instabilität gibt es immer noch. Dies haben die vergangenen Jahrzehnte eindrücklich gezeigt: Immer wieder stürzte das Weltfinanzsystem in ein Loch, durch Krisen, Kriege, Spekulationen, Manipulationen und andere Verwerfungen.

Solche Ereignisse können sich laufend wiederholen. Selbst Großbanken können - auch, wenn es noch niemand glauben will - ins Schleudern geraten, wie die Finanzkrise gegenwärtig anzudeuten scheint.

Oder ein Atomunfall oder ein Anschlag auf ein Atomkraftwerk kann ganze Gebiete verwüsten.

Beispiele für weitere Verwerfungen etwa auch von seiten der Politik oder durch einen Krieg oder wie ein Krieg heute vornehm heißt, einen Konflikt, gibt es zuhauf.

Golddeckung = Gewährleistung von Vertrauen und Sicherheit

Eine Währung mit Golddeckung hätte höhere Chancen, das Vertrauen zu bewahren oder einen Neustart hinzulegen. Zweitens stieße die Neigung der Politiker auf exorbitante Geldausgaben auf Grenzen.

Unter dem klassischen Goldstandard vor 1914 konnte man am Schalter der Nationalbank die Banknoten jederzeit gegen Gold eintauschen. Was für ein beruhigendes Gefühl.

Geld ist ein scheues Reh

Wenn im Goldstandard ein Staat übermäßig die Notenpresse anwarf und Gold druckte, fiel der Devisenkurs dieses Landes.

Und Gold wurde von den Privatpersonen und von Ausländern am Schalter über die Grenzen abgezogen.

Die Gold- und Geldknappheit ließ im Anschluß daran die Preise fallen; Von 1874 bis 1896 etwa fielen die Großhandelspreise um über 45%.

Damit hängt auch der Standort Schweiz und insbesondere die des Finanzplatzes Schweiz am Vertrauen in Solidität der Schweizer Währung.

Goldstandard = Zwang zum soliden Wirtschaften

Dieser Zwang zur Solidität bzw. der Zwang dazu, exzessives Geldausgeben mit anschließendem Geld-drucken wird gegenwärtig, also ohne einen Goldstandard mit der Ausgabe von Papiergeld übertüncht und Preise und Löhne müssen nicht mehr sinken. Dennoch bekommt man natürlich weniger für das (Papier)-Geld. Jeder EU-Verbraucher weiß, daß er heute für einen Euro in vielen Fällen nicht das gleiche erhält wie für eine DM. Es wird sogar davon gesprochen, der die DM, die angeblich in einem Verhältnis 1 Euro für 2 DM (gerundet) umgetauscht worden sei, sei nicht einmal im Verhältnis 1 zu 1 umgetauscht worden.

Wie exzessiv sind doch in zahlreichen EU-Ländern die Staatsausgaben emporgeschnellt, wie exorbitant wurde die schon seit den 60er-Jahren fortschreitend angestiegene Staatsquote noch weiter und weiter ausgedehnt?

Auch in der Schweiz geschah dies, wobei die Regierung unter Bundesrat Christoph Blocher diese unheilvolle Tendenz stoppen konnte und zur Mäßigung bei der Ausgabenpolitik und dem Emporschnellen aufrief. Sie versuchte sogar, gegen den vehementen Widerstand der politischen Gegner (SP, Grüne, CVP insbesondere), Korrekturen einzuleiten.

Zumindest konnte sie Schlimmeres verhindern und es hat in der Schweiz (noch) keine Zustände wie in einigen EU-Ländern, namentlich Deutschland und Frankreich.

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August 19. 2015 21:03:31
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