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16.X.2008 - Großes Mißtrauen gegenüber Euro - EU-Bürger reißen sich um Schweizer Franken

Totgesagte leben länger, sagt der Volksmund. Nachdem man den Franken bereits totgesagt hatte und EU-Fetischisten der festen Überzeugung waren, daß der Franken durch den Euro abgelöst werden würde, unabhängig davon, ob der Euro in der Schweiz eingeführt werden würde oder nicht, mußte nun die EZB mit Hilfe der SNB in einer gemeinsamen Aktion die Franken-Liquidität im Euroraum sicherstellen. Dies aufgrund der großen Nachfrage nach Schweizer Franken im Euroraum.

Schweizer-Franken.ch hat bereits lange auf die bevorstehende Entwicklung hingewiesen. Der Franken ist nicht tot, sondern im Gegenteil, die EU-Bürger (und die Bürger anderer Kontinente) reißen sich gegenwärtig um den Franken.
 
Auch die SNB hat die Tatsache, daß man eingreifen muß, um die Franken-Liquidität im Euroraum sicherzustellen, typisch schweizerisch zurückhaltend bzw. höflich formuliert bekanntgegeben.

Während die EZB in ihrer Presseerklärung noch schwammiger als die SNB formuliert, so daß die Redaktion von Schweizer-Franken.ch erst anrufen mußte, um zu eruieren, was denn mit "Druck auf den Schweizer Franken" eigentlich genau gemeint sei, geht aus der Erklärung der SNB dennoch ein wenig mehr hervor.

Man muß kein Hellseher sein, um nun zu ahnen, wohin sich der Schweizer Franken-Kurs gegenüber dem Euro die nächste Zeit entwickeln dürfte, nachdem öffentlich bekannt wird und zugegeben werden muß, daß die Nachfrage nach Schweizer Franken im EU-Raum so groß ist, daß Sie ohne ein Eingreifen der EZB mit Hilfe der SNB nicht mehr gedeckt werden kann.

Lesen Sie zur aktuellen Notmaßnahme die Originalmeldung der SNB (Schweizerischen Nationalbank) im Wortlaut:

Gemeinsame Maßnahmen der Schweizerischen Nationalbank und der Europäischen Zentralbank zur Versorgung des Marktes mit Franken-Liquidität

Die Zunahme der Spannungen an den internationalen Geldmärkten hat die kurzfristigen Geldmarktsätze für Schweizer Franken in die Höhe getrieben. Gleichzeitig benötigen Banken, die keinen direkten Zugang zu Operationen der Schweizerischen Nationalbank haben, nun mehr Liquidität in Schweizer Franken; dies besonders in der Eurozone. Deshalb kündigen die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Europäische Zentralbank (EZB) gemeinsam Maßnahmen zur besseren Versorgung des kurzfristigen Franken-Geldmarktes mit Liquidität an.

Ab dem 20. Oktober 2008 werden die SNB und das Eurosystem jeden Montag zu einem fixen Preis Devisenswaps mit einer Laufzeit von 7 Tagen durchführen. Dabei stellen sie Schweizer Franken gegen Euro zur Verfügung.

Der fixe Preis und der maximal von der SNB und der EZB zugeteilte Betrag wird vor Eröffnung der Auktion bekanntgegeben. Wenn der Gesamtbetrag der Angebote das Totalvolumen übersteigt, wird der zugeteilte Betrag proportional gekürzt.

Die SNB und die EZB haben ein befristetes Swap-Abkommen abgeschlossen, das der EZB Zugang zu Liquidität in Schweizer Franken zur Zuteilung an die Banken in ihrem Einflußbereich gewährt. Diese Maßnahme bleibt so lange wie nötig in Kraft, mindestens jedoch bis Januar 2009.

Die Devisenswaps werden wie folgt abgewickelt: Die SNB und das Eurosystem werden im ersten Teil der Operation (near leg) EUR gegen CHF kaufen und gleichzeitig im zweiten Teil der Operation (far leg) EUR gegen CHF verkaufen.

Der Preis (in Swappunkten) wird basierend auf dem Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte der EZB (zurzeit bei 3,75%) und dem Einwochen-Reposatz der SNB zuzüglich 25 Basispunkten berechnet. Dies entspricht einem Zinssatz für die zusätzliche Liquidität in Schweizer Franken von 25 Basispunkten über dem Einwochen-Reposatz der SNB.

 

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21.07.2018, 21:32
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